Hallensprecher

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Allgemeines

Aufgabe von Hallensprecher und Disc Jockey (DJ) ist es, eine unverwechselbare Atmosphäre in der Spielhalle zu erzeugen. Entscheidend ist dabei die Interaktion zwischen Hallensprecher und Publikum. Wie sich dieses Selbstverständnis in den letzten Jahren gewandelt hat verdeutlicht folgende Rückblende aus einem Radiobeitrag:

Stadionsprecher, das waren bis in die 90er Jahre zumeist alt gediente Vereinsmitglieder, die aus einer verglasten Kabine hoch oben auf der Haupttribüne mit der Leidenschaft eines Buchhalters Mannschaftsaufstellungen verlasen und während des Spiels Torschützen und neue Spielstände ansagten. Gelegentlich gab es auch mal Durchsagen, wie die, dass sich der Halter eines KFZ unbedingt zu seinem Fahrzeug begeben müsse, da dieses im Halteverbot stehe. Entertainer waren sie nicht, diese - nennen wir sie - Stadionsprecher der Frühzeit. Unterhaltung war nicht vorgesehen.

In der 1. Volleyball-Bundesliga ist die Gestaltung des Rahmenprogramms durch einen Hallensprecher und einen Disc Jockey verpflichtend. Die Vereine der 2. Volleyball-Bundesliga haben die Möglichkeit beide Positionen in Personalunion abzudecken.

Stellenmerkmale

Anzahl Personen

1 Hallensprecher pro Spieltag.

Qualifikationen

Zur Aus- und Fortbildung hat die VBL ein Kompetenzteam aus aktiven Hallensprechern und DJ´s etabliert. Die Vereine können über das VBL-Center Inhouse-Schulungen durch das Expertenteam anfragen. Der Spieltag und der geplante Ablauf werden gemeinsam vorbereitet, der Referent begleitet das Team am Spieltag und informiert sich über die lokalen Gegebenheiten. In einem gemeinsamen Abschlussgespräch wird die praktische Arbeit ausgewertet und entsprechende Empfehlungen für die Zukunft ausgegeben.

Kleidung

Vorschriften zur Kleidung gibt es keine.

Standort während des Spiels

  • Es gibt in der Bundesliga keinen vorgeschriebenen Standort für den Hallensprecher.
  • Der Hallensprecher sollte Sichtkontakt zur Haupttribüne haben. Es wird empfohlen, den Hallensprecher hinter dem Schreibertisch außerhalb der Freizone zu platzieren.

Organisatorische Einbindung

Der Hallensprecher ist meist freiberuflich tätig und sollte als "Kreativkraft" weitgehende Gestaltungsfreiheit besitzen. Er arbeitet eng mit dem Disc Jockey, Heimspielkoordinator, Manager und PR-Verantwortlichen zusammen. Ebenso sollte sich der Hallensprecher regelmäßig mit dem Fanclub sowie den Spielern der eigenen Mannschaft austauschen.

Materialliste

Spezifische Aufgabenbeschreibung

Vorbereitung vor dem Spieltag

  • Vertrautmachen mit dem Spielablaufprotokoll
  • Recherche und Zusammenstellung von Statistiken
    • Resultate der vorangegangenen Spiele beider Mannschaften
    • Tabellenplatzierung beider Mannschaften
    • Bilanz der Aufeinandertreffen beider Mannschaften in früheren Spielzeiten
    • Namen der Schiedsrichter
  • Eingehende Vorbereitung mit der Gastmannschaft
    • Mannschaftsliste, Aussprache der Namen der (ausländischen) Spieler
    • Mannschaftsführer
    • Top-Scorer der Mannschaft
  • Planung von Aktionen während des Spiels und der Pausen

Vorbereitung vor dem Spiel

  • Aufbau der Technik, Einstellungen und Auspegelung prüfen
  • Gespräch mit den Schiedsrichtern (Überprüfung der Namen, Absprache des Spielablaufprotokolls)
  • Gespräch mit dem Teammanager/Trainer der Gastmannschaft (Überprüfung der Namen, Absprache des Spielablaufprotokolls, Nachfrage nach Neuigkeiten für die Moderation, z.B. Ausfall eines wichtigen Spielers)
  • Gespräch mit den Fanclubs. Gerade Fanclubs, die relativ viele und laute Trommeln besitzen, sind aktiv mit einzubinden, da solche Trommeln, wenn sie gegen den Takt der abgespielten Musik agieren, das ganze eigene Konzept zerstören können.

Warm Up

  • Die Möglichkeiten vor dem Spiel sind gegenüber anderen Sportarten im Volleyball eher beschränkt. Da das Spielfeld den Mannschaften 60 Minuten vor dem Spiel zur Verfügung stehen muss und das Einspielen direkt auf dem Spielfeld stattfindet, kann das Vorprogramm nicht auf dem Spielfeld stattfinden. Ebensowenig kann mit Lichteffekten oder langen Verdunkelungsphasen gearbeitet werden.
  • Hinzu kommt, dass Volleyball-Zuschauer meist eher spät (20 bis 0 Minuten vor Spielbeginn) in die Halle kommen und ihre Sitzplätze einnehmen.
  • Trotzdem sollten Hallensprecher und DJ bereits 60 Minuten vor Spielbeginn die Regie in der Halle übernehmen und durch das Einspielen passender Musik und die Begrüßung der Zuschauer eine Willkommensatmosphäre schaffen.
  • Die Dramaturgie sollte stetig steigen und zum Anpfiff ihren Höhepunkt erreichen.


  • Begrüßung der Mannschaften beim Betreten der Spielhalle zur Erwärmung (1 Stunde vor Spielbeginn)
  • Moderation der Auslosung/Seitenwahl
  • Kurzinterviews mit Trainer und Co-Trainer während des Einschlagens der Mannschaften (max. 2-3 Fragen)

Mannschaftsvorstellung

während des Spiels

  • Ansagen zum Spiel
    • Starting Six zum Satzbeginn
    • Spielstand
    • Spielerwechsel
      • Der Spieler Vorname Name mit der Nummer x verlässt das Feld, neu im Spiel ist Vorname Name mit der Nummer x.
    • Auszeiten
      • Auszeit beim Spielstand von 3:6, beantragt durch Mannschaft A.
      • Erste technische Auszeit beim Spielstand von 8:6 für Mannschaft B.
  • Animation
    • Auffordern zum Anfeuern, Klatschen, La-Ola (normal, slow, hin-her, rechts-links,doppelt, usw.),
    • Auffordern zum Aufstehen zum Satz- oder Matchball der eigenen Mannschaft
    • Selbstverständlich sollten auch Aktionen der gegnerischen Mannschaft mit Applaus und Moderation positiv unterstützt werden.
    • Der Hallensprecher hat eine verantwortungsvolle Aufgabe und sollte auch regelnd einschreiten, wenn sich im Publikum übertriebene Anfeindungen gegenüber der Gastmannschaft bzw. Schiedsrichter einstellen.
  • Dont's
    • Unbedingt zu vermeiden sind beleidigende Aussagen oder Diffamierungen des Gegners oder gegnerischer Spieler.
    • Keine Wertung von Schiedsrichterentscheidungen. Allerdings können den Zuschauern unklare Schiedsrichterentscheidungen erklärt werden.
    • Keine Musikeinspielungen während der Ballwechsel. Spätestens bei Pfiff des Schiedsrichters, besser wenn dieser den Arm ausstreckt, um den Aufschlag anzupfeifen, ist die Musik auszustellen.

Spielunterbrechungen und -pausen

  • Auch den Zuschauern sollte während der Satzpausen und Auszeiten eine kleine Pause gegönnt werden.
  • Am Ende der Satzpausen und Auszeiten werden die Zuschauer durch die Vorgabe eines Rhythmus oder durch ein Musikstück zum Klatschen animiert.
    • Wir begrüßen die Mannschaften mit rhythmischem Klatschen zurück auf dem Spielfeld.
  • Moderation des Rahmenprogramms
    • Ansage von Showgruppen
    • Interviews
    • Verlosungen, Gewinnspiele, T-Shirt-Kanone, Verteilung von give-aways, "Durchreichespiele" usw.
  • PR und Vermarktung
    • Bekanntgabe der offiziellen Zuschauerzahl
    • Hinweis zum nächsten Heim- oder Auswärtsspiel
    • Hinweis zu Vereinsaktionen (Internet, Sportlerwahl etc.)
    • Werbung

nach Spielende

  • Anmoderation und Durchführung der MVP-Wahl ggf. mit Ehrengast
  • Kurzinterview mit Trainern und Spielern
  • Hinweis auf das nächste Heim- oder Auswärtsspiel
  • Verabschiedung der Zuschauer

Tipps und Tricks

  • In der Moderation müssen offene Fragen vermieden werden (Wer ist der Meinung, wir sollten jetzt klatschen?). Diese sind absolut tödlich für die klare Führung der Stimmung. Der Hallensprecher führt das Publikum und bestimmt die Richtung! Wir klatschen wir alle bis zum ersten Punkt, Wir begrüßen die Mannschaften mit rhythmischem Klatschen.
  • Bei Rückständen und/oder fehlender Unterstützung ist es meist ein gutes Mittel, vom (negativen) Spielstand abzulenken und auf gute einzelne Aktionen der eigenen Mannschaft hinzuweisen. Statt den Punkt des Gegners zu würdigen, wird die gute Annahme oder tolle Abwehr usw. der eigenen Mannschaft betont.
  • Zu vermeiden sind Worte wie schade, trotzdem, aber, vielleicht, usw. Alle Worte die unterschwellig ein Zögern, negative Emotionen usw. befördern gehören nicht in eine Moderation.
  • Durchsagen wie Spielerwechsel, Ankündigungen usw. können sehr neutral gehalten werden, um bewusst eine Absetzung von der Event-Moderation zu schaffen und somit die „Event-Stimme“ nicht zu stark abzunutzen.

Leistungskriterien

Betreuung, Management, Rekrutierung

Weiterführende Links

Ordnungs- und Regelwerk