Best Practice:Vortrag Sport trifft Wirtschaft EnBW TV Rottenburg

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Best Practice Beispiel: EnBW TV Rottenburg | Vortrag "Sport trifft Wirtschaft"

Allgemeines

Vor dem Spiel am 20.01.2010 gegen den SCC Berlin veranstaltete der EnBW TV Rottenburg zusammen mit der Industrie- und Handelskammer Reutlingen eine Vortragsveranstaltung. TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger und der Teampsychologe Hartmut Gabler erörterten die Frage: „Was kann die Wirtschaft vom Hochleistungssport lernen?“ Eingeladen waren Unternehmer, Firmenvertreter und Sponsoren, die im Anschluss an die Veranstaltung das Bundesligaspiel besuchten.

Pressebericht vom 22.01.2010: Trainingsstunde auf Bundesliga-Niveau für Unternehmer

Kann ein Wirtschaftsunternehmen von den Ideen eines Volleyball-Bundesligatrainers und seines Teampsychologen profitieren? Aufmerksam verfolgten rund 60 Führungskräfte in der Paul-Horn-Arena Theorie und Praxis der Macher des TV Rottenburg. Eingeladen hatte die Industrie- und Handelskammer.

Zweieinhalb Stunden vor dem Heimspiel der Rottenburger Bundesliga-Volleyballer gegen den SSC Berlin herrschte am Mittwoch im VIP-Bereich der Paul-Horn-Arena reges Treiben. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hatte in der Reihe „Sport meets Business“ zu Vorträgen von Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger und Prof. Hartmut Gabler, emeritierter Sportpsychologe und Psychologischer Berater des Teams, geladen. Der IHK-Einladung gefolgt waren rund 60 Unternehmer und Führungskräfte aus der Region.

Erfolg und Misserfolg im Sport sofort sichtbar

Nach einem Grußwort des früheren Rottenburger Oberbürgermeisters und Präsidenten des Württembergischen Landessportbunds Klaus Tappeser gab zunächst TVR-Manager Jörg Papenheim Einblicke in die privatwirtschaftliche Organisation des Unternehmens Bundesliga mit eigener GmbH, bei der auch die Spieler angestellt sind.

Im ersten Bundesligajahr des TVR stieß Prof. Hartmut Gabler als psychologischer Berater dazu. Seitdem hilft er nicht nur den Spielern, mit den besonderen Anforderungen des Erstligabetriebs umzugehen, er wirkt auch als „Coach des Coaches“ – dem er bescheinigte, durchaus noch an der Kontrolle seiner Emotionen arbeiten zu können. Gabler sah Parallelen zwischen Wirtschaft und Sport, aber auch Unterschiede: „Erfolg und Misserfolg sind im Volleyball bei jedem Ballwechsel, jedem Satz und jedem Spiel sofort sichtbar, und diese ständige Sichtbarkeit ist sehr herausfordernd“, sagte er. Die Sepp-Herberger-Weisheit von den elf Freunden, die eine Mannschaft bilden müssten, verwies Gabler ins Reich der Mythen. Ein gutes soziales Klima sei allerdings eine wichtige Voraussetzung für die nötige Zielorientierung des gesamten Teams.

Der dienten auch Rituale, die selbst in der kurzen Zeitspanne einer Auszeit während eines Matches wichtig seien. Nach der Niederlage am vergangenen Wochenende machte man sich beim TVR zum Beispiel umgehend daran, ein neues Ritual einzuüben, das für die nötige Ruhe und Körpersprache auch bei längeren Erfolgsserien des Gegners sorgen soll. Denn der richtigen Verarbeitung von eigenen Fehlern kommt für Gabler eine besondere Bedeutung zu. Als zwei in Sport und Unternehmen oft unterschätzte Bereiche nannte Gabler die Kommunikation und die Persönlichkeitsentwicklung.

Bevor er sich zur Vorbereitung seines Teams in die Kabine zurückzog, gab Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger Einblicke in seine Führungsphilosophie. Wichtig sei ein Lernprozess weg von einem autoritären und hin zu einem kooperativen Führungsstil. Denn die permanente Analyse, die ein Coach anstelle, trüge nur Früchte in „partnerschaftlich vereinbarten Zielsetzungen“ mit den Spielern. Müller-Angstenberger relativierte aber auch seine eigene Rolle: „Wer führt, wird oft in seiner Bedeutung überschätzt“, meinte er, und trotz seines häufig extrovertierten Auftretens am Spielfeldrand komme ihm kaum die Funktion des Motivators zu. Der Erfolg müsse vielmehr aus den Spielern selbst und dem Teamgefüge heraus gefunden werden – wofür Vertrauen, Ehrlichkeit und Kritikfähigkeit aller Beteiligten nötig seien.

Team-Motto: Heißes Herz und kühler Kopf

Hartmut Gabler gab den Unternehmern vor dem Anpfiff noch den Tipp, ruhig auch einmal auf ihre Intuition zu vertrauen: „Das ist kein Bauchgefühl, sondern eine Kompetenz, die sich aus der Summe aller gemachter Erfahrungen speist.“ Eine weitere Parallele zwischen Sport und Unternehmertum bekamen die Gäste dann im Spiel zu Gesicht: Erfolgsgarantien gibt es in beiden Bereichen selten. Der TVR verlor mit 1:3 Sätzen gegen Berlin, und Müller-Angstenberger gelang es nicht in jeder Situation, das Team-Motto umzusetzen, das da heißt: „Heißes Herz und kühler Kopf“.

Einladung der IHK Reutlingen

Die Psyche: Schlüssel zum Erfolg und Auslöser für Krisen. Was kann die Wirtschaft vom Leistungssport lernen? Die Bundesliga-Volleyballer des EnBW TV Rottenburg sind derzeit die erfolgreichste Spitzensportmannschaft in der Region Neckar-Alb. Nicht zuletzt ist dieser Erfolg darauf zurückzuführen, dass das Management des Vereins großen Wert auf die Optimierung der mentalen Fähigkeiten legt. Im Alltag eines Wirtschaftsunternehmens spielt mentale Führungsarbeit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Aus der Beziehung zwischen Trainer und Sportler lässt sich vieles für den Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter lernen. Wie ein Trainer hat die erfolgreiche Führungskraft den Mitarbeiter in seiner Gesamtheit zu sehen. Die richtige mentale Haltung macht hierbei beruflichen Erfolg möglich und lässt Krisen einfacher meistern. Lassen Sie sich von den Erfahrungen des Sports inspirieren und erleben Sie im Anschluss Spitzensport live in der VIP-Bereich der Paul Horn-Arena in Tübingen.

Programm
Begrüßung
Lars Christiansen, Projektmanager IHK Reutlingen
Jörg Papenheim, Manager EnBW TV Rottenburg
Kurzvorträge + Diskussion
Was kann man vom Hochleistungssport lernen?
Prof. Dr. Hartmut Gabler
Teamorientiertes Führen zur Höchstleistung
Hans Peter Müller-Angstenberger
Anschliessend moderierte Diskussion
Volleyball-Bundesliga live: EnBW TV Rottenburg vs. SCC Berlin
Verfolgen Sie das Bundesligaspiel im VIP-Bereich der Paul Horn-Arena. Ein 4-Gänge-Menu ergänzt das sportliche Erlebnis kulinarisch und ermöglicht Zeit für Gespräche.
Kosten
Für IHK-Mitglieder: 80,00 €
Für Nicht-Mitglieder: 100,00 €